In den USA ein Auto kaufen und selbst zum Hafen fahren?

14.08.2009 15:14von: Malte Waldow

Gerade erreicht mich die Frage eines Import-Interessierten, der in den USA einen Oldtimer kaufen möchte und ihn dann selbst zum Hafen fahren will. Geht das? Dazu erstmal ein paar Fakten:

I.) Der Wagen muss noch eine gültige Zulassung haben. Wer mit abgelaufener Zulassung, also nicht bezahlten KfZ-Steuern, erwischt wird, bekommt Ärger. Wie bei uns auch.

II.) Auch in den USA muß mittlerweile eine Haftpflichtversicherung vorliegen.

III.) Der Verkäufer muss innerhalb von 5 Tagen den Verkauf des Wagens bei der DMV (Department of Motor-Vehicle) anzeigen.

IV.) Der Käufer müßte innerhalb von 10 Tagen den Wagen auf sich ummelden.

Also darf man den Wagen nun zum Hafen fahren?
Ich, würde es nicht tun. Denn sobald der Verkäufer den US-Title unterschrieben hat, erlischt die Haftpflichtversicherung. Wer dann den Wagen zum Hafen fährt, tut dies auf komplett eigenes Risiko.Verboten ist das wohl nicht. Konnte aber dazu keine belastbaren Infos finden. Wer was weiß, bitte melden.

Kann man denn in den USA einen Wagen kaufen, zulassen und damit rumfahren?
Ja, das geht. Dafür braucht man dann eine Versicherung für den Wagen. Ich hab das einmal probiert. Mindestzeitraum für die Versicherung war 3 Monate. Der Makler bekam 200$ Provision. Die Versicherung hatte 30$/Monat gekostet. Hat man keinen Bekannten vor Ort, kann man dies über einen deutschen Versicherer machen. Wird aber wahrscheinlich eher teurer. Am besten mal beim ADAC nachfragen. Ich habe das bisher nie in Erwägung gezogen. Alle weiteren Infos zum Ablauf findet man auf den Internet-Seiten des DMV, des jeweiligen Bundesstaates. Hier als Beispiel in Californien.

Gibt es einen Haken?
Die Crux ist, dass nach der Registrierung der US-Title per Post erst nach ca. 4-6 Wochen eintrudelt. Solange kann der Wagen nicht verschifft werden und man sollte vorher mit der Spedition sprechen, dass der Title dorthin geschickt werden kann, die also als Post-Adresse fungieren.

Meine Empfehlung:
Lieber 250-300$ für den Transport zum Hafen durch einen Spediteur ausgeben, oder die Kohle dem Verkäufer anbieten, wenn er ihn hinfährt! Das läßt sich kein Ami entgehen.