Import aus den USA : So ist es mir ergangen

So fing es bei mir an…

Ich selbst habe Mitte 2004 den ersten Schritt gewagt, einen 1967er Ford Mustang Coupé aus den Staaten zu importieren. Im Internet waren noch nicht wirklich viele Informationen verfügbar und daher die Angst groß, “blind” ein Auto aus den USA zu holen. Im Rückblick bin ich trotzdem sehr naiv an die Sache herangegangen:

  • Deutschsprachigen Exporteur in Kalifornien gesucht
  • Fotos angefordert
  • Mehrere Tausend Euro blind in die USA überwiesen
  • 10 Wochen gewartet
  • Eine unverschämte Menge Geld an eine Importfirma überwiesen
  • Selbst nach Bremerhaven gefahren, um den Wagen abzuholen
  • Festgestellt, dass US-Lackierungen eine Katastrophe sind
  • Mit Kurzzeitkennzeichen, ohne adequates Werkzeug stand ich da und die Karre sprang nicht an
  • Nach mehreren Versuchen verzweifelt aufgegeben und enttäuscht 4 Stunden nach Hause gefahren
  • Einen lokalen Spediteur beauftragt den Wagen abzuholen und unverschämt viel Geld bezahlt
  • In einer “US-Spezialwerkstatt” den Wagen umrüsten und “TÜVen” lassen und nochmal eine unverschämt hohe Rechnung bekommen
  • Nach 2 Tagen fahren festgestellt, dass ein fast 40 Jahre altes Auto bescheiden fährt und ein Mustang schlechter verarbeitet ist, als ein vergleichbarer VW-Käfer
  • Nach 1 Woche bei mobile zum Verkauf eingestellt
  • Nach 3 Tagen mit 500 Euro Gewinn an einen glücklichen neuen Besitzer (so ein Trottel, dachte ich damals) für 8.500 Euro weiterverkauft

… und dann?

Hab ich mich ins nächste Flugzeug gesetzt und mir die Autos vorm Kauf mit einem deutschsprachigen Exporteur persönlich angeschaut, vor Ort die Preise verglichen und eine Kooperation mit dem Exporteur begonnen: Ich baute seine Internetseite und er beschaffte oder wickelte die Fahrzeuge ab, die ich für meine Kunden besorgen sollte oder für die ich die Importabwicklung durchgeführt habe und machte ein Vollzeitgeschäft daraus. Für gut 2 Jahre. Nach über 250 abgewickelten Fahrzeugen zog ich dann die Notbremse.

Warum ich aufgehört habe?

Weil ich ehrliches Geld als Internet- und Logistik-Profi verdienen konnte und von der Mentalität her kein Autohändler bin. In dem Geschäft bewegt man sich immer am Rande der Legalität und “nicht alle Details” weitergeben, sichert dem Händler seinen Gewinn. Wer ehrlich ist, der verdient nicht genug, um davon leben zu können. So ist die bittere Wahrheit und daraus ergibt sich auch der erste Leitsatz beim Auto-Import:

GLAUBE NICHTS, WAS DU NICHT SELBST GESEHEN HAST.