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Mit Komplett-Karosserien aus Schrott das große Geld machen
4. August 2011 - 22:35 Uhr Jens Wilde
Es klingt verlockend: Man nehme ein verrostetes oder verunfalltes US-Car, dazu eine neue, “alte” Karosserie und baue einen “hochpreisigen” Oldtimer. Z.B. einen Mustang Fastback (Shelby-Clone) oder ein Cabrio, einen 67-69 Camaro, einen 55-57 “Tri-Chevy” oder ein 70-72 Chevy Chevelle Muscle-Car.
Es gibt bereits diverse US-Fahrzeug-Karosserien als Nachbau. Weitere Modelle sind im Vorlauf. Praktisch alle Ersatz-, Chrom-, Innenausstattungs- und Plastikteile sind erhältlich für diese Fahrzeuge.
Es geht also. Stellt sich die Frage: Ist das “erlaubt”? Was sagt der TÜV dazu? Lassen wir diese Diskussion erstmal beiseite und betrachten so ein Projekt mal nüchtern.
Prinzipiell braucht man “nur” ein Spenderauto, dass die Fahrzeugpapiere liefert. Die Fahrgestellnummer wird dann auf die nachgefertigte Karosserie übertragen und schon hat man ein neues “altes” Auto. Die Qualität der Nachfertigung (in Taiwan produziert) entspricht dem Original. Alle Sicken, Öffnungen und Linienführungen entsprechen dem Original, denn Original-Karossen wurden per Laser vermessen und die Blechpressen einfach nachgebaut. Sandgestrahlt gibt es nahezu keinen sichtbaren Unterschied zwischen einem Nachbau und einem restaurierten und repariertem Original.
Mit einigen Unterschieden auf dem Weg dahin: Die neue Karosse ist quasi lakierfertig. Man spart also die Beschaffung von Reparaturblechen, das Einschweißen und Nacharbeiten, das Zerlegen, das Entlacken der Karosse, die Versiegelung des Metalls. Unfallschäden sind kein Problem mehr. Die Steifigkeit – insbesondere bei Cabrios – ist gegeben. Massive Rostschäden sind kein Thema mehr.
Je nach Ausgangsfahrzeug ist die neue Komplett-Karosse ggf. billiger als die Wiederherstellung des Originals. Auf jeden Fall geht die Restauraion erheblich schneller. Die Kosten von 12.000 bis 15.000 Euro für so eine Karosserie amortisieren sich da schnell, wenn das Fahrzeug nicht in der heimischen Garage am Wochenende selbst “zusammengebraten” wird. Aber natürlich ist das immer eine Einzelfall-Betrachtung.
Und was sagt der TÜV dazu? Also H-Kennzeichen-fähig ist so ein Fahrzeug genau genommen natürlich nicht. Aber glauben Sie wirklich, dass ein Prüfer das beim fertigen Wagen erkennen kann? Eine “Note 1″-Restauration soll ja “besser als neu” sein. Und was ist mit den ganzen Repro-Teilen die es zu kaufen gibt? Wann ist ein Oldtimer kein Oldtimer mehr? Ist eine Porsche 356 Speedster Replika auf Käfer-Chassis aus den 60er Jahren H-Kennzeichen-fähig? Die Meinungen gehen hier auseinander.
Sie haben eine Meinung dazu? Ich freue mich auf angeregte Diskussionen. Gerne im Forum, oder auf Facebook.












