Autos und Rock-n-Roll gehören zusammen wie Motor und Benzin
21. Oktober 2008 - 14:00 Uhr Jens Wilde
Vor ein paar Tagen bekam ich eine Mail mit dem Hinweis auf eine spezielle “Hot-Rod-Gitarre” der Firma Gibson, schaute mir das Teil an und dachte so bei mir: “Was hat eine Gitarre mit Autos zu tun”? Der Hinweis, dass die “Hot Rod 58 Gibson Les Paul” in Kooperation mit dem Hot Rod Magazine (hotrod.com) entstand, gab den Auftakt für eine kleine Recherche:
“Baby you can drive my car” lautete das verlockende Angebot, dass die Beatles ihrer Angebeteten machten. Elvis Presley verschenkte mit Vorliebe pinkfarbene Cadillacs, während die Rolling Stones eine “Black Limousine” bevorzugten.
Schon der erste Rock´n´Rollsong handelte von einem Auto. Ike Turners “Rocket 88″ aus dem Jahr 1951 dreht sich um den Oldsmobile Rocket 88. In Chuck Berrys “Maybellene” spielen Cadillac Coupe de Ville und V8 Ford wichtige Nebenrollen. Wenig später schwärmte Wilson Pickett von “Mustang Sally”. Immer wieder besangen die Beach Boys die ausladenden amerikanischen Autos, in “Fun, Fun, Fun” taucht beispielsweise ein “T-Bird” auf. Janis Joplin bat den Himmel um einen “Mercedes Benz”, während Prince einen “Little Red Corvette” bevorzugte. Steve Miller schließlich hatte den “Mercury Blues”.
Seit den Fünfziger Jahren sind Autos und Rock´n´Roll fester Bestandteil der Jugendkultur. Für Heranwachsende in den U. S. of A. (die heute Familienväter und Großeltern sind), war ihr Wagen der einzige Freiraum außerhalb des Elternhauses. Hier konnten sie ohne Aufsicht tun, was sie wollten, bevorzugt natürlich auf dem Rücksitz.
Auch in den aktuellen US-Automagazinen für “Schrauber” (meine Favoriten sind: “Ol´ Skool Rodz” und “Car Culture Deluxe”) kommt die “Musik-Abteilung” nie zu kurz. Bevorzugt findet sich dort Rockabilly und Rock´n´Roll. Also ist das Thema Auto tatsächlich eng verbunden mit der Musik, nur in Europa wird diese Verbindung nie so offensichtlich.
Letztendlich kann also auch eine Gitarre den Zeitgeist wiederspiegeln. Klar sind die Werbeaussagen ein wenig “fett”, aber man kann eine edle Gitarre ja nun nicht einfach mattschwarz malen und mit Pin-Stripes versehen. Für diese auf 150 Stück limitierte (und damit entsprechend teuere) Sammler-Replik der originalen “58er Les Paul”, wurden die Flames auf edlem Ahornholz aufgetragen, die “Pick-Ups” kommen “blau-angelaufen” daher, wie ein zu heiß gewordener Auspuff und den “Pickguard” ziert ein “Hot-Rod”-Schriftzug. In diesem Sinne: Anschauen. Abrocken.
Links: gibsoncustom.com, blogs.hotrod.com, gibson.de
Bildquelle: Gibson Guitar GmbH, Berlin











